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5. März 1616

„Falsch und irrig“

Nikolaus Kopernikus hätte sich wohl nicht träumen lassen, welchen Wirbel seine Erkenntnisse dereinst auslösen würden. 1543, kurz vor seinem Tod, hatte er in seinem Hauptwerk „Von den Bewegungen der Himmelskörper“ die These eines heliozentrischen Weltbilds vertreten: „So lenkt die Sonne gleichsam auf königlichem Thron sitzend … die sie umkreisende Familie der Gestirne.“

Kopernikus war nicht der erste, der die Sonne im Zentrum des Alls wähnte, Kardinal Nikolaus von Kues hatte bereits 100 Jahre vor ihm ähnliche Vermutungen gehabt. Die These des Kopernikus blieb zwar vielfach belächelt, aber von der Kirche lange Zeit akzeptiert. Erst als Galileo Galilei durch astronomische Forschungen die Lehre des Kopernikus stützte, geriet auch dessen Werk in die Kritik der Kirche. Sowohl Galilei als auch der Kleriker Paolo Antonio Foscarini legten dar, daß die Lehre des Kopernikus durchaus mit der Bibel zu vereinbaren sei. Doch die römische Inquisition eröffnete am 5. März 1616 ein Verfahren, das das heliozentrische Weltbild für „falsch und irrig“ erklärte. Arbeiten Johannes Keplers und anderer Anhänger des Kopernikus wurden auf den Index verbotener Bücher gesetzt, wie auch das Werk des Kopernikus, das nur noch unter dem Hinweis verbreitet werden durfte, daß die darin ausgeführten Thesen rein hypothetisch seien.

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