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1. März 1903

Fingerabdrücke helfen der Polizei

Man hat dem 20. Jahrhundert allerhand Beinamen verliehen. Nur vom „Jahrhundert des Fingerabdrucks“ sprach noch keiner. Dabei ist es verblüffend, wie eng diese kriminologische Methode zur Identifizierung von Straftätern an die Spanne zwischen den Jahren 1900 und 2000 gekoppelt ist. Doch zunächst hatte es die Daktyloskopie, so der lateinische Fachbegriff, schwer. Denn sie mußte zuerst ein anderes System zur Katalogisierung von Straftätern verdrängen, das auch erst Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt worden war: Die Bertillonage, nach ihrem Erfinder Alphonse Bertillon, beruhte auf der Erfassung zahlreicher Körpermaße eines straffällig Gewordenen. Mit großem Aufwand wurden riesige Datenberge gesammelt. Nur im Idealfall funktionierte die Methode, doch setzte sie sich im ganzen Kaiserreich durch. Eine Pionierrolle spielte dabei der Dresdner Kripo-Chef Paul Koettig. Es spricht für den Spürsinn und die Innovationsfreude Koettigs, daß er nur wenige Jahre nach Einführung des behäbigen Bertillonage-Systems bereit war, erneut eine andere Methode zu testen. Robert Heindl, ein junger Jurastudent aus Dresden, hatte von britischen und französischen Kriminologen erfahren, die die Tatsache, daß kein Fingerabdruck eines Menschen einem anderen gleicht, zur Verbrechensaufklärung nutzten. Koettig ließ sich von Heindl überzeugen. Im März 1903 führte Dresden als erste Polizeidirektion die Fingerabdruckkartei ein. Das ganze Jahrhundert hindurch wurden Fingerabdrücke als Beweis genutzt. Erst in den letzten Jahren beginnt die DNA-Analyse der Daktyloskopie den Rang abzulaufen. Aber doch nicht ganz, denn in der Umgangssprache heißt diese ja auch „genetischer Fingerabdruck“.

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