01.06.1307 Fra Dolcinos Ende - wissenschaft.de
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01.06.1307

Fra Dolcinos Ende

Umberto Ecos berühmter Roman „Der Name der Rose“ bringt die Rede wiederholt auf einen Fra Dolcino, Anführer der Sekte der „Apostelbrüder“. Der im Roman als ruchloser Sünder Geschmähte ist keine Erfindung: Der reale Fra Dolcino war wirklich um 1300 zu den „Apostelbrüdern“ gestoßen und hatte sich zu deren Anführer ausgerufen.

Die Sekte war 1260 vom Kaufmann Gerardo Segarelli gegründet worden und bot zahlreichen Laien, die nach einem ungebundenen Leben in Armut strebten, eine geistige Heimat. Die Brüder zogen predigend durchs Land und riefen zu Umkehr und Buße auf. Ohne Billigung des Papstes: Mehrfach wurden die Apostelbrüder verboten. Im Jahr 1300 wurde Gerardo Segarelli als Häretiker hingerichtet. Unter Fra Dolcino kam es zur Radikalisierung der Apostelbrüder. Beeinflusst durch die Endzeit-Prophetien des Joachim von Fiore predigte Fra Dolcino die Vernichtung der Kirche durch das Schwert Gottes und den nahenden Weltuntergang.

Von der Inquisition verfolgt, gingen die Apostelbrüder 1304 schließlich in den Diözesen Novara und Vercelli zum bewaffneten Widerstand über. Im Frühjahr 1307 aber nahm der Bischof von Vercelli das Lager der „Dolcinianer“ ein und setzte ihren Anführer gefangen. Beharrlich weigerte sich dieser, seiner Lehre abzuschwören. Nach öffentlicher Folterung wurde er am 1. Juni 1307 in Vercelli hingerichtet.

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