05.01.1463 François Villon verurteilt - wissenschaft.de
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05.01.1463

François Villon verurteilt

Das Leben von François Villon – heute gilt er als der bedeutendste französische Dichter des Spätmittelalters – war schillernd genug, um den Stoff für seine Werke zu liefern. Um 1430 als Sohn mittelloser Eltern geboren, schaffte er es dank seines Gönners und Ziehvaters Guillaume de Villon an die Universität Paris und dort trotz eines recht wilden Studentenlebens bis zum Magister Artium. Doch dann begann seine kriminelle Laufbahn. Wir wissen von einem Totschlag, verübt an einem Priester, von Kirchenraub, Flucht und Wanderjahren, Kerkerhaft in Blois, Einbrüchen, Diebstählen und schließlich, Ende 1462, von der Verurteilung zum Tod durch den Strang.

Immerhin konnte der Dichter beim Pariser Gerichtshof erreichen, dass das Urteil kassiert wurde. Aufgrund seines „schlimmen Lebenswandels“ wurde er am 5. Januar 1463 zu zehnjähriger Verbannung aus Paris verurteilt. Danach verliert sich seine Spur völlig. Was bleibt, sind seine Balladen, Preis- und Spottgedichte, die die Stationen seiner Biographie begleiten. Die letzten sarkastischen Zeilen richtete er beim Antritt seiner Exilstrafe 1463 an den Pariser Gerichtshof und den Gefängnisschreiber. François Villons Werk wurde bereits 1489 erstmals gedruckt. Alles spiegelt sich darin: Liebe und Hass, Dank und Enttäuschung, Alter und Tod. Diese Fülle an menschlichen Gefühlen verhalf Villon und seinem Werk seit dem 19. Jahrhundert und bis heute zu großer Popularität.

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