2. Februar 1074 Friede mit den Sachsen? - wissenschaft.de
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2. Februar 1074

Friede mit den Sachsen?

Es war der zweite Februar 1074, der Tag Mariä Reinigung, als eine große Schar von Sachsen die Werra abwärts rückte. Bei Gerstungen im thüringisch-hessischen Grenzgebiet trafen sie mit dem König und dessen Gefolge zusammen. Heinrich IV. empfing sie ehrenvoll und gewährte den sächsischen Fürsten den Friedenskuß. Anschließend bekräftigte er den Frieden, den Unterhändler zuvor ausgehandelt hatten. Damit sollte ein schwerer Konflikt beigelegt werden, den der junge Salier selbst heraufbeschworen hatte. Planvoll hatte er Sachsen, insbesondere den Raum um den Harz, mit einer Kette gewaltiger Höhenburgen überzogen, die er mit ortsfremden Dienstleuten besetzte. Mit Waffengewalt lehnten sich die Sachsen gegen dieses Vordringen der Königsmacht auf. In ihren Augen verfolgte der König allein das Ziel, „alle Sachsen und Thüringer zu Knechten zu machen.“ Der rasch sich ausbreitende Widerstand brachte Heinrich IV. in solch große Bedrängnis, daß er in den Frieden von Gerstungen einwilligte. Er versprach, seine Burgen niederzulegen, eingezogene Güter zurückzugeben und fortan das sächsische Stammesrecht zu achten. Doch diese Abmachungen waren schon bald Makulatur: Als kurze Zeit später sächsische Bauern die Saliergräber auf der für den König so bedeutsamen Harzburg plünderten, rüstete Heinrich IV. zum Kampf. Bei Homburg an der Unstrut vernichtete er 1075 das sächsische Heer. Der Sieg jedoch schuf neue Zwietracht: Immer mehr Große des Reichs sahen in Heinrich nicht mehr den König, sondern einen Tyrannen: Die Wahl des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden zwei Jahre später war nicht mehr aufzuhalten.

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