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16. Oktober 1846

Geburtsstunde der Anästhesie

Als dem französischen Arzt Fran‧çois Magendie die Neuigkeit aus Übersee zu Ohren kam, war seine Entrüstung groß: Die Entdeckung sei „grausam und unmoralisch“, so befand er, ein „Yankee-Bluff“, der die Patienten zu „Trunkenbolden degradieren“ würde. Dabei war die Nachricht aus Amerika eine Sensation in der medizinischen Welt: Am 16. Oktober 1846 war es im „Massachusetts General Hospital“ in Boston gelungen, einen Patienten schmerzfrei zu operieren. Der noch junge Arzt William Thomas Green Morton hatte den Patienten Gilbert Abbott narkotisiert, indem er ihn einige Atemzüge Äther aus einer von ihm erfundenen Kugel nehmen ließ. Während der nachfolgenden Tumoroperation lag der Patient in tiefem Schlaf. Diese Demonstration gilt als Geburtsstunde der Anästhesie, auch wenn der Arzt Crawford Williamson Long bereits zuvor Äther zur chirurgischen Betäubung angewandt hatte.

Die schier unerträglichen Torturen einer Operation schienen nun endgültig der Vergangenheit anzugehören. Trotzdem blieben einige Chirurgen skeptisch. Ihr Renommee als Virtuosen des Skalpells stand auf dem Spiel. Die Besten unter ihnen konnten in Sekundenschnelle ein Bein amputieren – ein Qualitätsmerkmal, das nun zunehmend unwichtiger wurde. Umstritten war auch, ob die Ausschaltung der Schmerzen nicht auch Gefahren für die Gesundheit der Patienten barg.

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