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15.08.1534

Geburtsstunde der Jesuiten

Der baskische Edelmann Ignatius von Loyola war bereits 42 Jahre alt, als er sein Studium der Theologie abschloss. Als verwundeter Soldat hatte er 1521 eine Marienerscheinung gehabt, hatte daraufhin den Harnisch und sein weltliches Leben abgelegt und sich fortan ganz Gott verschrieben. Die späte Bekehrung und die öffentlichen Predigten des ehemaligen Offiziers weckten wiederholt das Misstrauen von Inquisitoren, doch konnten ihm die Glaubenswächter nie Verstöße nachweisen.

Zusammen mit sechs Gefährten, nämlich Peter Faber aus Savoyen, Franz Xaver aus Navarra, Diego Laínez, Alfons Salmeron, Simon Rodriguez und Nikolaus Bobadilla, legte Ignatius am 15. August 1534, am Fest Mariä Himmelfahrt, in der Marienkirche auf dem Montmartre in Paris das Gelübde ab, künftig in Armut und Ehelosigkeit zu leben und nach Jerusalem zu pilgern: die Geburtsstunde des Jesuitenordens. Die Jerusalem-Fahrt ließ sich wegen der unsicheren politischen Lage nicht realisieren. Stattdessen trat Ignatius mit seiner „Gesellschaft Jesu“ (Societas Jesu) in die Dienste des Papstes: Der Orden wurde 1540 von Papst Paul III. anerkannt, Ignatius von Loyola zum ersten Ordensgeneral. Als „Kampfgruppe“ des Papstes entwickelte sich die Gesellschaft Jesu zum wirkmächtigsten christlichen Orden der frühen Neuzeit, bis er 1773 offiziell aufgelöst wurde. 1814 jedoch ließ ihn Papst Pius VII. erneut zu, und er gelangte bald zu neuem Einfluss.

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