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3. Mai 1342

Geburtsstunde Liechtensteins

Die Geschichte eines der beiden Territorien, die heute das Fürstentum Liechtenstein bilden, begann damit, daß es erst einmal deutlich verkleinert wurde. Zwei streitbare Brüder, die Grafen zu Wartenberg-Sargans, hatten den Ehrgeiz, beide über Land und Leute zu gebieten – da mußten sie eben ihre Grafschaft unter sich aufteilen. Es hatte offenbar einiges diplomatischen Geschicks bedurft, um die beiden Streithähne zu einer Einigung zu bewegen. Ganze fünf Schiedsrichter führt die Urkunde auf, mit der die Einzelheiten der Teilung festgelegt und amtlich verbrieft wurden. Dies geschah „zu Sargans in der Stadt, da man zählt von Christi Geburt dreizehnhundert Jahre, darnach in dem zweiundvierzigsten Jahr, an dem Freitag nach dem eingehenden Maien.“ Und deshalb feiert das Fürstentum zu diesem Datum eine Art Geburtstag. Freilich hieß das Gebiet noch lange nicht Liechtenstein (dazu kam es erst im 18. Jahrhundert, als Fürst Hans-Adam I. die Grafschaft mit der benachbarten Landschaft Schellenberg hierzu vereinigte). Ein Grund, weshalb es aber durchaus gerechtfertigt erscheint, mit der Teilungsurkunde von 1342 auch die liechtensteinische Geschichte beginnen zu lassen, ist die Tatsache, daß in ihr erstmals der Rhein als Grenze nach Westen festgesetzt wurde. Noch heute trennt der Flußlauf den Kleinstaat von den ehemaligen Gebieten des Bruders Rudolf. Der hatte, obwohl der jüngere, den Stammsitz Sargans samt allen zugehörigen Lehen erhalten – heute Teil des Schweizer Kantons St. Gallen.

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