25.04.1507 „Geburtsurkunde“ für Amerika - wissenschaft.de
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25.04.1507

„Geburtsurkunde“ für Amerika

Wer hätte geahnt, dass jene Drucke, die der Kartograph Martin Waldseemüller und sein Kollege Matthias Ringmann am 25. April 1527 in Saint-Dié-des-Vosges veröffentlichten, eine solche Wirkungsgeschichte entfalten würden! Es handelte sich um eine kartographische Abhandlung, eine Weltkarte und eine Erdglobus-Segmentkarte. Waldseemüller hatte sich intensiv mit den Schriften des Entdeckers Amerigo Vespucci beschäftigt und sah in ihm den eigentlichen Entdecker der Neuen Welt. Mehr noch: Anders als Kolumbus begriffen Waldseemüller und Ringmann die Landmassen im Westen nicht als Inseln, sondern als einen eigenständigen Kontinent und übernahmen Kolumbus’ Bezeichnung als „Westindische Inseln“ nicht. Sie nannten den neuen Kontinent „America“, nach Vespuccis Vornamen Amerigo.

Zwar verwendete Waldseemüller nach 1513 wieder die alte Bezeichnung „terra incognita“, doch durch seine häufig gedruckten Werke hatte sich der Name „America“ in kürzester Zeit verbreitet und untilgbar etabliert. Und so setzte die Washingtoner Library of Congress jahrzehntelang alles daran, das einzige erhaltene Originalexemplar der Waldseemüller-Karte von 1507 zu erwerben; man betrachtete sie gleichsam als die „Geburtsurkunde“ Amerikas. 2001 gelang der Erwerb vom Besitzer, dem Adelshaus Waldburg-Wolfegg-Waldsee – für zehn Millionen US-Dollar.

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