22.07.1209 „Gott kennt die Seinen“ - wissenschaft.de
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22.07.1209

„Gott kennt die Seinen“

Sie selbst nannten sich die „wahren Christen“ (veri christiani ) und sahen in ihrer Glaubensgemeinschaft die „wahre Kirche“. Die katholische Kirche hingegen sah in den Katharern (nach ihrem Hauptstützpunkt Albi auch Albigenser genannt) eine Gefahr für die Christenheit und stufte ihre Lehre, der zufolge die materielle Welt böse und das Gute nur im Himmel zu finden sei, als häretisch ein. Nachdem Bekehrungsversuche durch Worte nicht gefruchtet hatten und die Katharer zu Beginn des 13. Jahrhunderts vor allem in Südfrankreich immer stärker geworden waren, rief Papst Innozenz III. 1208 zu einem Kreuzzug gegen sie auf, unter Führung von Arnaud Amaury, dem Abt des Klosters Cîteaux.

Und so sammelten sich 1209 an die 10 000 Kreuzritter in Lyon, um mit Waffengewalt gegen die Häretiker und die Fürsten, die sie unterstützten, zu kämpfen. Sie begannen in der Katharer-Hochburg Béziers. Durch ein Missgeschick der Verteidiger gelangten die Angreifer in die Stadt und töteten Tausende von Menschen, beinahe die gesamte Bevölkerung. Auf die Frage der Kreuzritter, wie sie denn gute Christen von den Häretikern unterscheiden sollten, soll Amaury zuvor gesagt haben: „Schlagt sie alle tot. Der Herr kennt die Seinen.“ Die Aussage verhalf Amaury zu zweifelhafter Berühmtheit. Das Massaker von Béziers war in seiner Grausamkeit beispiellos und rief schon bei den Zeitgenossen großes Entsetzen hervor.

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li|te|ra|risch  〈Adj.〉 zur Literatur gehörend, sie betreffend

Mo|le|ku|lar|strö|me  〈Pl.〉 1 〈urspr.〉 hypothetische elektr. Kreisströme im einzelnen Molekül, die den Magnetismus materieller Körper bewirken 2 〈heute〉 die im Atom od. Molekül umlaufenden Elektronen ... mehr

Tul|pen|baum  〈m. 1u; Bot.〉 zu den Magnoliengewächsen gehörender Parkbaum mit tulpenähnl. Blüten: Liriodendron tulipifera

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