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14. Mai 1737

Händel erkrankt schwer

Zeit seines Lebens freute sich Georg Friedrich Händel an deftigem, reichlichem Essen und gutem Wein. Berüchtigt war jedoch nicht nur die Genuss-Sucht des Komponisten, sondern auch sein Jähzorn. Ein verstimmtes Instrument konnte ihn leicht zur Weißglut bringen, und mit hochrotem Kopf drohte er einer schlecht vorbereiteten Sängerin einmal an, sie aus dem Fenster zu werfen. Seit 1733 in London zudem die Operngesellschaft „Opera of the Nobility“ gegründet worden war, sah sich der gebürtige Hallenser, der 1726 englischer Staatsbürger geworden war, einem mörderischen Konkurrenzdruck ausgesetzt. Sein eigenes Unternehmen am „Covent Garden Theater“ geriet in finanzielle Schwierigkeiten, denn das Londoner Publikum versagte Händels italienischen Opern zunehmend die Gunst.

Im Frühjahr 1737 kam der Zusammenbruch: Händel erlitt einen Schlaganfall. Am 14. Mai 1737 schrieb die „London Evening Post“: „Der geniale Handell ist schwer krank, und es heißt, er sei gelähmt und könne seine rechte Hand nicht mehr bewegen; und wenn sich dies nicht bessert, wird das Publikum auf seine genialen Kompositionen verzichten müssen.“ Erst nach langem Zögern ließ sich der Kranke zu einer Kur in Aachen überreden. Dort konnte er sich so weit erholen, dass er weiter komponieren konnte, doch seine Gesundheit blieb angeschlagen. Auch in seinem musikalischen Schaffen schlug sich die finanzielle und körperliche Krise nieder: Fortan wandte sich Händel verstärkt dem englischsprachigen Oratorium zu.

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