16. Juli 1228 Heiligsprechung des Franziskus - wissenschaft.de
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16. Juli 1228

Heiligsprechung des Franziskus

Nach langer, schwerer Krankheit starb Franziskus von Assisi am Vorabend des 4. Oktober 1226 im Kreis seiner vertrautesten Brüder in Portiuncula, dem Ort, an dem sein Orden der Minderbrüder seinen Ausgang genommen hatte. Sein letzter Wunsch, dort auch begraben zu werden, wurde ihm jedoch versagt. Der Leichnam des Franziskus wurde nach Assisi verbracht: Die Furcht, das benachbarte Perugia könnte sich der sterblichen Überreste bemächtigen, war zu groß. In der Tat stand Franziskus bereits zu Lebzeiten so sehr im Ruf der Heiligkeit, dass man den Sterbenden vor übereifrigen Reliquienjägern hatte beschützen müssen.

Das Grab in Assisi wurde bald zur Pilgerstätte und Franziskus selbst bereits zwei Jahre nach seinem Tod, am 16. Juli 1228, von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Die Umstände sind freilich außergewöhnlich: Der Papst, der vermutlich das Verfahren selbst eingeleitet hatte, verzichtete auf die sonst unabdingbare Lebensbeschreibung des Verstorbenen zur Prüfung seiner Heiligkeit – eine solche Vita wurde erst nach der Kanonisierung des Franziskus von Thomas von Celano verfasst. Gregor IX. hatte offenbar nicht nur die Wirkmacht des Franziskus und seines Ordens erkannt, sondern auch die Chance, mit der Heiligsprechung die Armutsbewegung von Assisi in die Amtskirche einzugliedern.

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