9. Oktober 1950 Heinemann tritt zurück - wissenschaft.de
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9. Oktober 1950

Heinemann tritt zurück

Manche hatten ihn von Anfang an als Fremdkörper im Kabinett betrachtet. Adenauer hatte Gustav Heinemann 1949 nur deshalb berufen, weil er glaubte, damit die westdeutschen Protestanten für die CDU und die junge Republik gewinnen zu können. Heinemann war als ehemaliges Mitglied der Bekennenden Kirche mit „weißer Weste“ aus der Nazi-Zeit gekommen – und damit prädestiniert für eine verantwortungsvolle Rolle. Gleich zwei nahm er nun wahr: Bereits Präses des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, wurde er am 20. September 1949 als Innenminister vereidigt. In beiden Ämtern war die Schaffung eines friedlich-zivilen und geeinten Deutschlands sein oberstes Ziel.

So mußte es zum Konflikt mit Adenauer kommen, der eine Politik der Wiederbewaffnung betrieb. Heinemann dagegen sprach sich gegen deutsche Soldaten aus: Deutschland sei ausreichend durch die Alliierten geschützt, außerdem könne sich die Sowjetunion durch eine deutsche Wiederbewaffnung zu einem Präventivkrieg genötigt fühlen. Der Dissens eskalierte, als Adenauer im Sommer 1950 ohne Rücksprache mit seinen Ministern den Westalliierten die deutsche Beteilung an einer westeuropäischen Armee anbot. Heinemann, der seine politischen Ziele zentral gefährdet sah, attackierte den Kanzler öffentlich. Das Rücktrittsangebot des Innenministers war die logische Konsequenz. Adenauer bat denn auch am 10. Oktober den Bundespräsidenten um Heinemanns Entlassung. Heinemann verließ das Kabinett, kurze Zeit später auch die CDU. Seine Zeit sollte noch kommen: als SPD-Bundespräsident in den Jahren 1969 bis 1974.

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