20.06.840 Hinaus, hinaus - wissenschaft.de
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20.06.840

Hinaus, hinaus

In der Sterbestunde Ludwigs des Frommen war auch sein Halbbruder, Bischof Drogo von Metz, bei ihm. Während Drogo und einige Priester Ludwig mit den Sterbesakramenten versahen, wandte dieser plötzlich den Kopf ab und rief mit aller Kraft zweimal: „Huz, huz!“. Das heißt: „Hinaus, hinaus.“ Einen bösen Geist habe er gesehen, hieß es, doch dann sei Ludwig der Fromme, Sohn Karls des Großen, römischer Kaiser und König der Fran‧ken, am 20. Juni 840 friedlich entschlafen.

Auf Veranlassung Drogos wurde er in der Abteikirche St. Arnulf in Metz beigesetzt. Der böse Geist an seinem Sterbelager mochte die Sorge gewesen sein, dass seine Nachfolge im Frankenreich nicht geregelt war. Seine überlebenden Söhne Lothar, Ludwig („der Deutsche“) und der aus zweiter Ehe nachgeborene Karl („der Kahle“) waren mit der Teilung des Frankenreichs, wie Ludwig sie vorgesehen hatte, nicht einverstanden. Wiederholt hatten sie sich gegeneinander gewandt oder gegen den Vater verschworen, ihn zeitweise sogar en machtet, ins Kloster verbannt und zu einer demütigenden öffentlichen Buße gezwungen. Drei Jahre nach Ludwigs Tod fanden sie schließlich zu einer Einigung: Im Vertrag von Verdun teilten sie das Frankenreich in drei Teile: Lothar I. erhielt die Kaiserwürde und das „Mittelreich“ samt Italien, Ludwig der Deutsche das Ostfränkische, Karl der Kahle das Westfränkische Reich.

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