14. Januar 1792 Hinrichtung einer Kindsmörderin - wissenschaft.de
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14. Januar 1792

Hinrichtung einer Kindsmörderin

Es war kein Fall wie jeder andere: Die junge Susanna Margaretha Brandt war Dienstmagd in der Frankfurter Herberge „Zum Einhorn“. Von einem niederländischen Goldschmiedegesellen geschwängert, brachte sie acht Mo-nate später in der Waschküche in einer Sturzgeburt einen Jungen zur Welt. Das Kind fiel mit dem Kopf auf den Steinboden und habe – so Brandt – nur leicht geröchelt. Sie habe in Panik das Kind getötet und es anschließend im Stall versteckt. Der „Fall Brandt“ erregte großes öffentliches Aufsehen. Lange versuchte ihr Verteidiger, eine Begnadigung zu erreichen. Susanna sei verwirrt und verzweifelt gewesen, zudem sei es fraglich, ob das frühgeborene Kind überhaupt lebend zur Welt gekommen sei. Doch der Frankfurter Rat verurteilte Susanna Margaretha Brandt zum Tod. Am 14. Januar 1772 wurde sie hingerichtet. Einer der aufmerksamsten Beobachter des Geschehens war der junge Rechtsanwalt Johann Wolfgang Goethe. Von dem Fall tief beeindruckt, besorgte er sich Abschriften von den Prozeßakten. Die Tragödie um die Kindsmörderin Gretchen nach dem Vorbild des Falls Brandt wurde zum zentralen Motiv in seinem „Faust“.

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