28.02.1616 Hinrichtung eines Aufständischen - wissenschaft.de
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28.02.1616

Hinrichtung eines Aufständischen

Die Wahl von Matthias, dem vierten Sohn Maximilians II. und Marias von Spanien, zum römisch-deutschen Kaiser 1612 in Frankfurt nahmen die dortigen Zünfte zum Anlass, ein stärkeres Mitspracherecht im von Patriziern dominierten Rat der Stadt einzufordern. Wortgewaltiger Anführer der Unzufriedenen war der Lebkuchenbäcker Vinzenz Fettmilch. Nach langen Querelen stimmte der Rat 1613 einer personellen Erweiterung und einer Einsichtnahme in die Ratsbücher zu. Das Ergebnis war verheerend: Offenbar hatte der Frankfurter Rat über Jahre hinweg hohe Summen veruntreut. Annähernd zehn Tonnen Goldgulden fehlten im Stadtsäckel und waren wohl in die Privatschatullen der Patrizier geflossen.

Als im Mai 1613 die Frankfurter vom Ausmaß der Verschuldung erfuhren, stürmte eine wütende Menge unter Führung von Vinzenz Fettmilch den Römer. Man glaubte sich der Unterstützung des Kaisers sicher, als es gelang, den Rat zu entmachten, doch stattdessen folgte die Reichsacht. Die Lage geriet außer Kontrolle; die Wut der Erbosten richtete sich gegen die jüdische Bevölkerung. Am 22. August 1614 zogen die Aufrührer plündernd durch die Judengasse und vertrieben die gesamte jüdische Gemeinde aus der Stadt. Erst die städtische Bürgerwehr konnte Einhalt gebieten. Die letzten Reste des Aufstands brachte der Kaiser zum Erliegen. Vinzenz Fettmilch wurde des Majestätsverbrechens angeklagt und am 28. Februar 1616 öffentlich hingerichtet.

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