12.09.1572 Hofreitschule gegründet - wissenschaft.de
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12.09.1572

Hofreitschule gegründet

Als der in Spanien aufgewachsene Habsburger Ferdinand I. 1521 nach Wien kam, vermisste er eine Stätte für die klassische Reitkunst. Er ließ Reit-ställe in Prag und Wien errichten und führte die Andalusier (Gineten), eine auf der Iberischen Halbinsel beheima‧tete Pferderasse, ein. Von Anfang an lag auch die Reiterei am Habsburger Hof fest in spanischen Händen, denn der spätere Kaiser besetzte alle wichtigen Hofämter mit spanischen Gefolgsleuten – daher auch später der Name „Spanische Hofreitschule“. Eine Rechnung vom 12. September 1572 über Holzbalken für eine Reithalle gilt als erste urkundliche Erwähnung der „Spannischen Reitshul“ in Wien. Dieser älteste Bau der Schule, die ältere Stallburg, dient noch heute der Unterbringung der Hengste. Aus dem 18. Jahrhundert stammt dagegen die prächtige Winterreitschule. Im Jahr 1580 gründete Erzherzog Karl II. von Innerösterreich das Hofgestüt am Karst in der Nähe des slowenischen Dorfes Lipizza (Lipica) nahe Triest. Der Name stand Pate für die alsbald dort gezüchteten berühmten Lipizzaner, die älteste Kulturpferde‧rasse. Für sie, die ganz den Anforderungen der hohen Reitkunst entsprach, wurden Andalusier, Neapolitaner und Araber gekreuzt. Seit 1920 werden die Hengste der Spanischen Hofreitschule auf dem Gestüt Piber in der Steiermark gezüchtet. Der vorläufig letzte Einschnitt in der bewegten Geschichte der 440-jährigen Institution fand 2008 statt, als erstmals Frauen die anspruchsvolle Ausbildung zur Bereiterin an der Spanischen Hofreitschule begannen.

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♦ Par|al|lel|ge|sell|schaft  〈f. 20; Soziol.〉 neben der allgemeinen Form der Gesellschaft eines Staates bestehende Gesellschaftsform, die von einer ethnischen, kulturellen od. religiösen Minderheit geprägt wird ● viele Menschen ziehen sich in eine ~ zurück; in den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland zunehmend eine islamische ~ entwickelt

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