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02.03.1917

„Jammerbriefe“ verboten

Für Soldaten im Krieg stellte früher das Briefeschreiben die einzige beständige Verbindung zur Heimat dar. So transportierte die Feldpost während des Ersten Weltkriegs fast 29 Milliarden Briefe; 11 Milliarden Briefe von der Front in Richtung Heimat, 17,7 Milliarden in die Gegenrichtung. Für die militärische Führung stand fest, dass Briefe in und aus der Heimat die Stimmungslage stabilisierten und die Motivation der kämpfenden Männer stärkten. Sie erkannte allerdings auch das Problem, dass missliebige Äußerungen – trotz Zensur und Überwachung – nur schwer zu kontrollieren und daher gefährlich waren. Die Soldaten konnten zwar bei der Weitergabe von sensiblen Informationen militärstrafrechtlich belangt werden, bei Briefen aus der Heimat gestaltete sich das schon wesentlich schwieriger.

Den obersten Militärs waren besonders die „Jammerbriefe“ ein Dorn im Auge. Am 2. März 1917 erschien daher in der deutschen Presse der Aufruf „Schreibt keine Jammerbriefe“. Der Appell richtete sich vor allem an die Frauen in der Heimat; sie sollten die Moral der Männer an der Front nicht durch schlechte Nachrichten von zu Hause beeinträchtigen. Sich darauf verlassen, dass die Frauen sich daran hielten, wollte die Oberste Heeresleitung allerdings nicht. Mit dem Zeitungsaufruf wurde fast zeitgleich veranlasst, die Stimmung in der Truppe durch neueingerich‧tete Überwachungsstellen systematisch zu observieren.

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