22.12.1885 Japan blickt nach Westen - wissenschaft.de
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22.12.1885

Japan blickt nach Westen

Die Reise ging quer durch Europa. In Berlin und Wien hörte die japanische Gesandtschaft Vorlesungen über moderne Staats- und Verfassungskunde bei den bekannten Juristen Rudolf Gneist, Albert Mosse und Lorenz von Stein. Auch dem mächtigen Regierungschef Otto von Bismarck wurde ein Besuch abgestattet, und in Paris wurde die französische Verfassung genau studiert. Im März 1882 war die Delegation unter der Führung von Ito Hirobumi zu einer regelrechten Studien- und Bildungsreise aufgebrochen. Ziel war, die verschiedenen europäischen Verfassungen daraufhin zu prüfen, ob sie sich auch für Japan eigneten. Japan befand sich in der Meiji-Zeit nach Jahrhunderten der Abschottung auf dem Weg zu einem modernen Staat und nahm sich dabei die westlichen konstitutionellen Monarchien zum Vorbild. Besonders beeindruckte die Gesandtschaft das preußische Modell.

Die militärische Stärke hatte Preußen im gewonnenen Krieg gegen Frankreich 1871 unter Beweis gestellt, und auch das mächtige Junkertum, die feudalen Strukturen und die geringen Rechte des Parlaments schienen auf die japanischen Verhältnisse übertragbar. Mit dem in Preußen gewonnenen Erfahrungsschatz kehrte Ito Hirobumi nach Japan zurück. Am 22. Dezember 1885 wurde schließlich anstelle der alten höfischen Strukturen ein Kabinettsystem nach westlichem Modell mit Ito als erstem Premierminister gebildet. Beraten wurde er von dem deutschen Juristen Hermann Roesler. 1889 wurde die Verfassung verabschiedet.

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