16.01.1938 Jazz in der Carnegie Hall - wissenschaft.de
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16.01.1938

Jazz in der Carnegie Hall

Nur die wenigsten Konzerte werden zu großen Ereignissen. Dieses Kunststück gelang dem Klarinettisten Benny Goodman und seiner Band am Abend des 16. Januar 1938. Der „King of Swing“ brachte die Jazz- und Swingmusik aus den anrüchigen Tanzklubs in die ehrwürdige New Yorker Carnegie Hall, die Heimstätte der New Yorker Philharmonie. Mit diesem Einfall schrieb Goodman Jazzgeschichte. Der Musiker befürchtete zunächst, dass er mit seiner Idee Schiffbruch erleiden werde, doch bereits Wochen vor dem Auftritt waren alle Karten für die 2760 Sitzplätze restlos verkauft. Bei einem Preis von umgerechnet 20 bis 50 Dollar waren die Billets nicht unbedingt preisgünstig in einem Land, das sich wirtschaftlich erst langsam von der „Großen Depression“ erholte. Doch das Publikum wurde musikalisch mehr als entschädigt.

Das Konzert bot natürlich die bekannten Arrangements des Orchesters mit Goodmans unverwechselbarem Klarinettenspiel. Filmaufnahmen für die amerikanischen Wochenschauen belegen, dass es die sonst eher steife Zuhörerschaft von den Sitzen riss. Zu den Besonderheiten der Band gehörte, dass auch viele berühmte afroamerikanische Jazzmusiker dem „weißen“ Publikum einheizten – wahrlich keine Selbstverständlichkeit in den von der Rassentrennung geprägten USA. Für die Jazz-Neulinge in der Carnegie Hall ließ Goodman Programmhefte gestalten, die die Musik erläuterten. Den krönenden Abschluss des Konzertes bildete das beliebte Stück „Sing, Sing, Sing“. Der Applaus wollte nicht enden.

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