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30. Juli 1792

Kampflied der Revolution

Der französische Offizier, Kompo‧nist und Dichter Claude Joseph Rou‧get de Lisle zählt heute nicht unbedingt zu den bekanntesten Vertretern seines Fachs. Kaum etwas aus seiner Feder hat die Zeiten bis heute überdauert. Selbst seine berühmteste Tonschöpfung kennt zwar jeder, bringt sie außerhalb Frankreichs aber kaum mit seinem Namen in Verbindung.

Nach der Kriegserklärung Frankreichs an Österreich komponierte der in Straßburg stationierte Rouget de Lisle, von revolutionärer Begeisterung erfasst, in der Nacht vom 25. auf den 26. April 1792 zu seinem eigenen Text die Hymne „Chant de guerre pour l’armée du Rhin“ („Kriegslied für die Rheinarmee“) und widmete sie deren Oberbefehlshaber, dem gebürtigen Oberpfälzer Nikolaus Graf Luckner. Das Lied fand durch Abschriften und Drucke eine schnelle Verbreitung. So sangen es am 30. Juli 1792 republikanische Soldaten aus Marseille, als sie in Paris einmarschierten. Dank ihrer eingängigen Melodie und eines kämpferischen Textes wurde die „Marseillaise“ bald zum Kampflied der Republikaner während der Französischen Revolution. 1795 zum Nationallied Frankreichs erhoben und unter Napoleon wieder verboten, erklärte man sie 1871 in einer Version von Hector Berlioz offiziell zur Nationalhymne Frankreichs.

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