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15. September 1945

Komponist erschossen

Er war Verfechter der atonalen Musik, später der Zwölftontechnik – der bedeutende österreichische Komponist Anton von Webern, der auf so tragische Weise starb. Geboren, aufgewachsen und ausgebildet in Wien, kam von Webern bald in Kontakt mit Arnold Schönberg und Alban Berg, mit denen er die Zweite Wiener Schule begründete. Seit den frühen 20er Jahren leitete er die Arbeiter-Sinfoniekonzerte und den Arbeiter-Singverein. Anders als seine beiden Kollegen emigrierte von Webern nicht, als die Nazi-Herrschaft begann. Er lavierte, doch seine Musik bezog für ihn Position: Die „schrägen Klänge“ galten den Nazis als „entartet“.

Der Komponist hielt sich im Krieg mit Unterricht und wenigen Auftragskompositionen über Wasser – fast ein Wunder, daß die gesamte Familie die Wirren überstand und sich im Sommer 1945 in Mittersill im amerikanisch besetzten Westen Österreichs traf. Dort kam es zum tragischen Unfall: Weberns Schwiegersohn war offenbar in Schiebergeschäfte verwickelt. An jenem 15. September hatten US-Militärs das Haus umstellt, als Webern selbst vors Haus trat, wohl um zu rauchen. Ein GI war so überrascht, daß er dreimal feuerte und von Webern tödlich traf.

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