22.04.1769 La belle dame - wissenschaft.de
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22.04.1769

La belle dame

Marie Jeanne Bécu hatte außer ihrer außergewöhnlichen Schönheit wenig vorzuweisen. Sie war die illegitime Tochter einer Näherin und vermutlich eines Franziskanerpaters. Ihrer Schönheit hatte es die junge Frau, die in Paris vornehmlich hochadligen Herren ihre Liebesdienste anbot, zu verdanken, dass das Auge des ehrgeizigen Höflings Graf Jean-Baptiste du Barry auf sie fiel. Sollte es ihm gelingen, dass König Ludwig XV. Gefallen an Jeanne fand, konnte er sich selbst Hoffnung auf größeren Einfluss in der Hofgesellschaft machen.

Doch mit ihrer zweifelhaften Herkunft und ohne Adelstitel mussten die Tore von Versailles für Jeanne Bécu verschlossen bleiben. Du Barry fertigte kurzerhand eine Geburtsurkunde für sie an, die ihr eine adlige Herkunft bescheinigte. Gleichzeitig verheiratete er sie mit seinem Bruder Guillaume du Barry. Am 22. April 1769 wurde sie als Comtesse du Barry offiziell am Königshof in Versailles eingeführt. In der Tat wurde die Comtesse Mätresse des Königs und führte fortan ein Leben im Luxus. Wegen ihres gegenüber Wohlgesonnenen freundlichen, offenen Wesens hatte sie viele Anhänger, wegen des Reichtums, mit dem der König sie überhäufte, jedoch noch viel mehr Feinde, darunter das Thronfolgerpaar Ludwig XVI. und Marie Antoinette. Nach dem Tod des alten Königs wurde die Mätresse zunächst in ein Kloster ins Exil geschickt, durfte nach einem Jahr aber auf ihr Schloss Louveciennes zurückkehren. Die Französische Revolution beendete schließlich das Leben der 50-Jährigen: Sie wurde im Dezember 1793 hingerichtet.

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