24.02.1530 Letzte Kaiserkrönung - wissenschaft.de
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24.02.1530

Letzte Kaiserkrönung

Seit der Kaiserkrönung Ottos I. 962 vertraten die Könige des ostfränkischen und später deutschen Reichs durch ihren Titel „Rex Romanorum“, „König der Römer“, ihren Anspruch auf die Kaiserwürde. Die Kaiserkrönung durch den Papst in Rom erhob den König zum obersten Schutzherrn der Christenheit, zum advocatus ecclesiae, und machte ihn zum universalen Herrscher des Heiligen Römischen Reichs. Ein Romzug zur Erlangung der Kaiserwürde gehörte daher zum festen Ziel eines jeden römisch-deutschen Königs, auch wenn sich der Anspruch nicht immer durchsetzen ließ. Dass der Papst den Kaiser krönte und seit dem 13. Jahrhundert auch das Recht für sich in Anspruch nahm, gewählte Könige anzuerkennen oder abzulehnen, führte zu zahllosen Konflikten. In der „Goldenen Bulle“ 1356 wurde dieses Approbationsrecht des Papstes entschieden zurückgewiesen, die Kaiserkrönung durch den Pontifex und der damit verbundene Romzug des Königs wurden später immer mehr in Frage gestellt.

Am 24. Februar 1530 wurde Karl V. in Bologna durch Papst Clemens VII. zum Kaiser gekrönt. Dies war die erste Kaiserkrönung seit der päpstlichen Bestätigung Friedrichs III. fast 100 Jahre zuvor und zugleich die letzte in der Geschichte des Heiligen Römischen Reichs. Karls Vorgänger Maximilian I. hatte 1508 den Titel „Erwählter Römischer Kaiser“ angenommen – ohne päpstliche Krönung. Daran orientierten sich Karls Nachfolger bis zum Ende des Reichs 1806.

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