15. Juni 1520 Luther als Ketzer veurteilt - wissenschaft.de
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15. Juni 1520

Luther als Ketzer veurteilt

„Erhebe Dich, Herr, und richte Deine Sache!“ So beginnt die Bulle „Exsurge Domine“, mit der sich Papst Leo X. gegen Martin Luther und seine folgenreichen religiösen Ansichten wandte. Die neue Lehre hatte seit der Verbreitung der Thesen 1517 im Reich immer mehr Anhänger gefunden. Allen Angriffen der kirchlichen Obrigkeit hielt der Reformator stand, auch als der Ketzerprozeß gegen ihn wiederaufgenommen wurde. Am 15. Juni 1520 antwortete der Papst auf die Verstocktheit des ein?stigen Augustiner-Eremiten mit der Bannandrohung. 41 Lehrsätze, die Luthers Äußerungen zum Teil sinnentstellend entnommen wurden, werden darin als Irrtümer und Häresie gebrandmarkt. Luther wird ein Ultimatum gestellt: Sollte er seine Schriften nicht verbrennen und seine Lehren nicht innerhalb von 60 Tagen widerrufen, folge ohne Umschweife der Kirchenbann. Luther indes zeigte sich unbeeindruckt. Seine Antwort war zunächst die Schrift „Gegen die fluchwürdige Bulle des Antichristen“. Im Dezember 1520 schließlich verbrannte er die päpstliche Bulle zusammen mit dem Kirchenrecht und den Schriften seiner Gegner in Wittenberg. Mit diesem spektakulären Akt vollzog er endgültig seine Trennung von der katholischen Kirche.

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