1. Juli 1523 Märtyrer der Reformation - wissenschaft.de
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1. Juli 1523

Märtyrer der Reformation

Das Augustinerkloster in Antwerpen stand in enger freundschaftlicher Verbindung zum Kloster in Wittenberg und zu der Universität, wo der Reformator Martin Luther sein Wirken begonnen hatte. Dessen Gedanken und Schriften wurden in Antwerpen denn auch breit rezipiert: Unter dem dortigen Prior Jakob Probst wurde offen gegen den Ablasshandel gepredigt. Doch die Anhänger der Reformation in den Niederlanden sahen sich immer stärkerer Verfolgung ausgesetzt. Im Jahr 1522 wurde das Antwerpener Augustinerkloster auf‧ge‧hoben, die dortigen Anhänger Luthers wurden gefangen genommen und von der Inquisition verhört. Während Jakob Probst öffentlich die neue Lehre widerrief, weigerten sich seine Ordensbrüder Jan van Esschen und Hendrik Vos, zum Katholizismus zurückzukehren. Am 1. Juli 1523 wurden sie auf dem Marktplatz von Brüssel auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Martin Luther, betroffen von ihrem Schicksal und beeindruckt von ihrer Standhaftigkeit, errichtete den Glaubensbrüdern mit „Ein neues Lied wir heben an“ ein ehrendes musikalisches Denkmal: „Zu Brüssel in dem Niederland / Wohl durch zween junge Knaben / Hat er sein Wunder g’macht bekannt …“, dichtete er. Jan van Esschen und Hendrik Vos gelten als die ersten Märtyrer der Reformation, die in zahlreichen Schriften verherrlicht wurden. Jakob Probst indes wandte sich bald wieder der lutherischen Lehre zu und wirkte lange Jahre als protestantischer Pfarrer in Bremen, wo er 1562 starb.

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par|lan|do  〈Mus.〉 im Sprechgesang (gesungen od. zu singen) [ital., ”erzählend“]

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Gy|nä|ko|lo|gin  〈f. 22〉 = Frauenärztin

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