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28. März 1882

Marianne statt Kruzifix

Die religiöse Erziehung ist den Familien und der Kirche, die moralische der Schule vorbehalten“, so unterwies Jules Ferry in einem Rundschreiben die Lehrer der Dritten Republik. Mit seinem Schulgesetz vom 28. März 1882 hatte der französische Erziehungsminister sein langjähriges politisches Anliegen so gut wie vollendet. Der Unterricht war bereits seit Juni 1881 kostenlos, außerdem wurde für jedes Kind zwischen sechs und 13 Jahren die Schulpflicht eingeführt. Für große Empörung sorgte in katholischen Kreisen jedoch die Bestimmung eines laizistischen Unterrichts, war doch traditionell der Unterricht fest in den Händen von Geistlichen. „Eine Schule ohne Gott“, titelte die Zeitung „Le Monde“, und einige Priester riefen gar zu Schulstreiks auf.

Doch die neue konfessionslose Schule der Republik war beschlossene Sache. Ihr Auftrag bestand darin, jeden Franzosen zu einem republiktreuen Staatsbürger zu erziehen. Bi-blische Geschichte, Katechismus und Gebete verschwanden aus den Lehrbüchern. An deren Stelle traten französische Geschichte, Sprache und Geographie sowie die Vermittlung weltlicher Wertvorstellungen. Ein Zugeständnis machte man jedoch: Ein Tag der Woche wurde für den Katechismus-Unterricht freigehalten, auch wenn dieser außerhalb des Schulgebäudes stattfinden mußte.

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