29.11.1789 Massaker auf der „Zong“ - wissenschaft.de
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29.11.1789

Massaker auf der „Zong“

Im September 1791 brach das britische Sklavenschiff „Zong“ von der Westküste Afrikas nach Jamaika auf. Das Schiff war mit Sklaven völlig überladen, die hygienischen Verhältnisse unbeschreiblich. Es stellten sich Krankheiten ein, an denen bis zum 29. November etwa 60 Sklaven und sieben Mitglieder der Besatzung starben. Kapitän Luke Collingwood stellte eine zynische Rechnung auf: Die erkrankten Sklaven seien eine Gefährdung für seine Crew, zudem die Nahrungsmittel viel zu knapp bemessen. Stürben die kranken Sklaven nun eines natürlichen Todes, hätten die Schiffseigner den Verlust für die Fracht – mehr galten die Sklaven nicht – zu tragen. Ginge die Fracht jedoch auf See verloren, so müsste die Versicherung den Verlust tragen, so sein Kalkül.

Auf die Anweisung Collingwoods hin wurden, beginnend noch am 29. November, 122 erkrankte Sklaven über Bord geworfen, zehn nahmen sich das Leben. Offiziell gab Collingwood an, eine bedrohliche Wasserknappheit habe ihn zu diesem Schritt gezwungen – eine Lüge, wie sich später herausstellte. Als die Eigentümer, ein Liverpooler Sklavenhandelsunternehmen, später die Schadensmeldung bei der Versicherung einreichten, wollte diese nicht zahlen. Der Fall landete vor Gericht, das ebenfalls befand, die Eigentümer müssten für den Schaden selbst aufkommen. Der erschütternde Tod von 132 Menschen spielte bei dem Prozess überhaupt keine Rolle, es ging allein um die Frage des Versicherungsbetrugs. Der Prozess aber trug allerdings dazu bei, dass sich immer mehr Menschen für die Abschaffung der Sklaverei engagierten.

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