11.01.1911 Mehr Forschung - wissenschaft.de
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11.01.1911

Mehr Forschung

„Wir bedürfen der Anstalten, die über den Rahmen der Hochschule hin-ausgehen, und, unbeeinträchtigt durch Unterrichtszwecke, aber in enger Fühlung mit Akademie und Universität, lediglich der Forschung dienen“. Anlässlich der Hundertjahrfeier der Berliner Universität habe Kaiser Wilhelm II. diese Worte „mit tiefer Ergriffenheit“ ausgesprochen, so berichtete später die „Tägliche Rundschau“. Es stand in der Tat viel auf dem Spiel: Im 19. Jahrhundert hatten es die deutschen Universitäten zu Weltruhm gebracht. Sie waren gemäß dem Humboldt’schen Grundsatz Stätten, in denen sowohl Lehre als auch Forschung betrieben wurde. Zu Beginn des 20. Jahrhundert schien die Hochschulentwicklung jedoch an eine Grenze gestoßen zu sein. Vor allem, so wurde beklagt, hielt die hohe Lehrbelastung für eine zahlenmäßig explodierende Studentenschaft viele Professoren vom Forschen ab.

Der kaiserlichen Ankündigung folgte bald die Tat. Am 11. Ja‧nuar 1911 wurde in der Akademie der Künste in Berlin die „Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft“, kurz KWG, gegründet. Die Errichtung vor allem der naturwissenschaftlichen Institute wurde maßgeblich durch private Spenden (immerhin rund zehn Millionen Reichsmark) aus Industrie, Landwirtschaft, Bankenwesen und Adel gefördert. Der Staat wiederum stellte die Grundstücke in Berlin-Dahlem zur Verfügung und schuf die nötigen Beamtenstellen. Nach 1945 wurde die KWG wegen ihrer Verstrickung in Politik und Verbrechen der Nationalsozialisten durch den Alliierten Kontrollrat aufgelöst, 1948 als Max-Planck-Gesellschaft neu gegründet.

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