17. Februar 1673 Molière stirbt - wissenschaft.de
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17. Februar 1673

Molière stirbt

Obwohl Molière mehr als sonst über Schmerzen klagte und zudem unter Schüttelfrost litt, sagte er die Theatervorstellung im Palais Royal in Paris nicht ab. Es war die vierte Aufführung seines „Malade imiginaire“, und er wollte sein Publikum nicht enttäuschen. So schlüpfte der Todkranke in das Kostüm des „Eingebildeten Kranken“ und begeisterte die Zuschauer mit seiner grandiosen Komödie über einen Hypochonder und die ärztliche Quacksalberei. „Ach was, Molière! Das ist ein unverschämter Bursche. Wenn ich Arzt wäre, ich würde an dem frechen Kerl Rache nehmen, und wenn er krank würde, dann ließe ich ihn ohne Hilfe sterben“, spottete er im dritten Akt noch über sich selbst. Wenig später ergriff ihn ein minutenlanger Hustenanfall, doch er spielte weiter bis zum Schluß. Nach der Vorstellung jedoch brachte man ihn fiebernd in sein Haus in der Rue Richelieu. Wegen seiner kirchenkritischen Haltung war Molière exkommuniziert, so daß man vergeblich nach einem Priester sandte, der ihm die Sakramente spendete. Als sich endlich ein Geistlicher bereit erklärte, dem Sterbenden beizustehen, war es bereits zu spät: Molière war, noch immer im Kostüm des Hypochonders Argan, einem Blutsturz erlegen. Da er nun ohne priesterlichen Beistand gestorben war, wurde ihm zunächst auch ein Begräbnis in geweihter Erde verweigert. Ohne Pomp, so hieß es schließlich, nur in Begleitung zweier Priester und nach Einbruch der Dunkelheit durfte der große französische Dramatiker Molière, mit bürgerlichem Namen Jean-Baptiste Poquelin, in aller Stille beigesetzt werden.

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