12. April 1931 Monarchie abgewählt - wissenschaft.de
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12. April 1931

Monarchie abgewählt

Abgestimmt werden sollte eigentlich „nur“ über 81099 Gemeinderatssitze – doch es wurde ein Plebiszit über die zukünftige Staatsform Spaniens. Erst ein Jahr zuvor war der Diktator Primo de Rivera zurückgetreten. Doch an die Stelle des autoritären Regimes war noch nichts Neues getreten. Seit Königs Alfons XIII. 1902 den Thron bestiegen hatte, versuchte die Monarchie den Übergang des agrarisch-elitär geprägten Spaniens in ein modernes, industriell geprägtes Staatswesen zu meistern, doch vergebens: Die Rufe nach dem Ende der Monarchie wurden lauter. Bürgerliche und sozialistische Parteien hatten nun ein gemeinsames Ziel: die Errichtung der Republik. In dieser Situation hielt es die monarchistische Regierung unter Admiral Juan Bautista Aznar für taktisch klug, die anstehenden Parlamentswahlen aufzuschieben und dafür Gemeindewahlen auszuschreiben. Seit Primo de Riveras Putsch 1923 waren die Räte in Städten und Gemeinden nicht mehr gewählt worden – und dort, so glaubte Aznar, beherrschten andere Themen die Diskussion als die zunehmende „antimonarchistische Propaganda”. Doch die alte Elite hatte sich verschätzt: Bei den Wahlen vom 12. April 1931 gaben die meisten Spanier ihre Stimmen den Republikanern: In 41 der 50 Provinzhauptstädte ging die Mehrheit an die verbündeten Republikaner und Sozialisten. Nun verselbständigte sich die Entwicklung, in einigen Städten wurde euphorisch die Republik ausgerufen, in den Straßen wurden die „Marseillaise” und spanische Revolutionslieder gesungen. Aznar selbst brachte die Situation auf den Punkt: Die Nation sei „als Monarchie zu Bett gegangen und als Republik erwacht”.

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Laich  〈m. 1; Zool.〉 die ins Wasser abgelegten, von einer Schleim– od. Gallerthülle umgebenen Eier der Mollusken, Fische u. Amphibien [<spätmhd. leich, ... mehr

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