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15.05.1501

Musiknoten im Druck

Der Buchdruck mit beweglichen Lettern, wie er in Europa seit der Mitte des 15. Jahrhunderts möglich wurde, gilt als Beginn einer Medienrevolution. Die neue Technik erlaubte es, Drucke schneller und in weit größerer Anzahl als bis dahin herzustellen. Probleme bereitete aber noch lange der Druck von musikalischen Werken mit ihren Notenzeilen und Notenzeichen. Musikstücke mussten noch immer mühsam per Hand geschrieben werden, und erste Druckversuche, für die man Holzschnitte verwandte, blieben unbefriedigend. Am 15. Mai 1501 veröffentlichte der Buchdrucker Ottaviano de Petrucci in Venedig, zu dieser Zeit das wichtigste Zentrum des Druckwesens, das „Harmonice Musices Odhecaton“, eine Sammlung von 96 weltlichen Liedern. Für den Druck hatte er bewegliche Lettern verwendet und in diffiziler Arbeit in drei Druckvorgängen erst das Notensystem, dann den Text und schließlich die Notenzeichen gedruckt.

Erstmals lag mit dieser neuen Technik ein Druck polyphoner Musik vor. Er erlaubte die weite Verbreitung der Werke der bedeutenden Komponisten der Zeit. Was Petrucci meisterlich beherrschte, nämlich Notenlinien und Noten präzise deckungsgleich zu drucken, bereitete seinen Kollegen mehr Schwierigkeiten. So entwickelte der französische Drucker Pierre Attaingnant um 1527 bewegliche Typen, in denen Notenlinien und Note bereits vereint waren. Dass beim Druck Lücken in den Notenlinien auftraten, nahm man wegen des praktischeren Druckverfahrens in Kauf.

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