27.02.425 Neue Hochschule in Konstantinopel - wissenschaft.de
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27.02.425

Neue Hochschule in Konstantinopel

In der Antike war Bildung Privatsache. Je länger der Bildungsweg, desto exklusiver war das meist adlige Publikum, das auf eigene Kosten Lehrer engagierte. Die „öffentliche Hand“ fühlte sich dafür nicht verantwortlich. Doch seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. schrieben Herrscher und Statthalter immer öfter besoldete Stellen aus und nahmen so Einfluss auf die Auswahl der Lehrer. Im Jahr 425 erließ Kaiser Theodosius II. ein Gesetz, das regelte, wer im sogenannten Kapitol, einem beliebten öffentlichen Ort für Unterricht in Konstantinopel, lehren durfte. Fortan war es nicht-akkreditierten Lehrern untersagt, außerhalb von Privathäusern zu arbeiten.

Um im Kapitol wirken zu dürfen, galt es, einen Probevortrag zu bestehen. 31 Lehrstühle wurden gestiftet, für Rhetorik, Recht und Philosophie in griechischer und lateinischer Sprache, dazu wurden die Räumlichkeiten prächtig hergerichtet. Die Professoren waren wohl auch besoldet, und wenn sie 20 Jahre lang erfolgreich unterrichtet hatten, konnten sie sogar an den Hof des Kaisers gerufen werden. Einen Haken hatte diese Finanzierung: Theodosius war überzeugter Christ, und die kaiserliche Einflussnahme auf die Professorenauswahl führte zu einer dauerhaften Verdrängung nicht-christlicher Denker an der neuen Hochschule. Dennoch entwickelte sie sich zu einem der bedeutendsten Wissenszentren des Oströmischen Reichs.

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