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25.05.1913

Oberst Redl, der Spion

Es war ein großer Skandal. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs erschütterte Wien eine Agentenstory von nicht gekanntem Ausmaß. Mit dem erzwungenen Selbstmord des Spions Alfred Redl, Oberst der Armee der Habsburger Doppelmonarchie, am 25. Mai 1913 war die Sache nicht ausgestanden. Die Monarchie schien bedroht.

Seit 1901 hatte Redl an die späteren Kriegsgegner Russland, Frankreich und Italien alles verraten, was zu gebrauchen war: Aufmarschpläne, Truppenstärken, Angriffsziele. Als Chef des Nachrichtendienstes und Offizier im Generalstab des Prager Korps hatte Redl Zugang zu einer Vielzahl militärisch sensibler Informationen. Mit dem Lohn für seinen Verrat finanzierte er einen luxuriösen Lebensstil. Die Affäre ließ sich nicht geheim halten. Redls Homosexualität und pikante Fotografien heizten die Berichterstattung an. Die militärische Führung war blamiert, Kaiser und Erzherzog tobten. Nicht wenige machten Redls Verrat später gar für die katastrophalen Niederlagen der k. k. Armee bei Kriegsbeginn in Serbien und an der Ostfront verantwortlich.

Aufgeflogen war Redl eher zufällig. Der entscheidende Tipp kam vom Geheimdienstchef des preußischen Generalstabs. Dort waren abgefangene Briefumschläge mit beträchtlichen Geldsummen als verdächtig aufgefallen. Adressiert waren sie an Nikon Nizetas, ein Deckname Redls. In Österreich wurde der „Fall Redl“ zum Mythos und mehrfach verfilmt. Im Oscar-prämierten Film „Redl“ von István Szabó glänzte 1984 Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle.

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