01.11.1478 Papst erlaubt Inquisition - wissenschaft.de
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01.11.1478

Papst erlaubt Inquisition

Über Jahrhunderte hatten Juden, Muslime und Christen auf der Iberischen Halbinsel weitgehend friedlich zusammengelebt. Im Zuge der Reconquista wurden bis zum Ende des 15. Jahrhunderts nicht allein die von Muslimen beherrschten Gebiete von den Christen zurückerobert, sondern es fand auch das gesellschaftliche und kulturelle Nebeneinander der verschiedenen Religionen ein Ende. Vertreibung bzw. Zwangstaufen von Muslimen und Juden sollten nach Vorstellung der „katholischen Könige“ Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón eine einheitliche christliche Gesellschaft schaffen. Nachrichten über conversos und moriscos, offiziell konvertierte Juden und Muslime, die aber ihrer alten Religion heimlich weiter anhingen, veranlassten die Herrscher, beim Papst um Hilfe zu bitten.

Sixtus IV. gestattete in der am 1. November 1478 erlassenen Bulle „Exigit sincerae devotionis“ die Einrichtung einer eigenen Inquisition in Kastilien und Aragón, die solche Personen aufspüren sollte. Damit war die Grundlage der „Spanischen Inquisition“ gelegt, die zwar vom Papst legitimiert war, ansonsten aber mit staatlich ernannten Inquisitoren besetzt wurde und letztlich fast ganz in der Hand der beiden Herrscher lag. Sixtus‘ Vorstellungen, den Angeklagten das Recht auf Entlastungszeugen sowie ein Berufungsverfahren zuzugestehen, wiesen Isabella und Ferdinand entschieden zurück. Bis 1700 wurden weit über 40 000 Prozesse gegen konvertierte Juden, Muslime, aber auch Protestanten und Häretiker geführt, von denen etwa 800 hingerichtet wurden.

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