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31.05.1669

Pepys‘ letzter Eintrag

„Und so endet alles, fürchte ich, was ich je noch mit eigenen Augen in mein Tagebuch eintragen kann; ich bin nicht in der Lage, es weiterzuführen …“ Samuel Pepys ließ die Feder sinken. Neun Jahre lang, beginnend am 1. Januar 1660, hatte er in Kurzschrift ein Tagebuch geführt. Doch nun zwang ihn seine nachlassende Sehkraft, künftig auf weitere Aufzeichnungen zu verzichten. Der letzte Eintrag datiert vom 31. Mai 1669, Pepys war 66 Jahre alt. Als das „Geheime Tagebuch“ 1818 entdeckt wurde, war der einstige Beamte am Marineministerium in London längst vergessen. Sein Vermächtnis aber entfaltet ein farbiges Panorama der Epoche der englischen Restauration.

Da schildert uns Pepys aus erster Hand Belange des Ministeriums und des Staates ebenso wie das Wüten der Pest im Jahr 1665 und den verheerenden Brand Londons nur ein Jahr später. Hinter der Fassade der täglich geschilderten eintönigen Abfolge aus Aufstehen, Büro, Abendessen mit seiner Frau und Schlaf offenbart der Autor auch weit Intimeres. Unverblümt berichtet er von diversen Liebschaften, handfesten Ehestreitigkeiten und sogar von den zehn besten Mitteln gegen seine ungewollte Kinderlosigkeit – die Gemahlin nicht zu fest und nicht zu oft umarmen! –, die er von einer redseligen Frauenrunde erhielt. Daneben taucht der Leser aber auch ins Londoner Gesellschaftsleben ein, wenn er an Pepys’ Seite Theaterabende und Konzerte besucht. Mit dem Verstummen des Tagebuchs endet so auch der unverstellte Einblick in die Alltags- und Kulturgeschichte der 1660er Jahre in England.

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