14. Oktober 1920 Piscators „Proletarisches Theater“ eröffnet - wissenschaft.de
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14. Oktober 1920

Piscators „Proletarisches Theater“ eröffnet

Erwin Piscator bezog im Rückblick klar Stellung, wenn es um das von ihm gegründete „Proletarische Theater“ in Berlin ging: „Hier handelte es sich nicht um ein Theater, das Proletariern Kunst vermitteln wollte, sondern um bewußte Propaganda.“ Als die Truppe im Herbst 1920 erstmals auftrat, war Piscator gerade einmal 27 Jahre alt, hatte eine Ausbildung am Münchner Hof- und Nationaltheater und Auftritte in Boulevardstücken beim Fronttheater Kortrijk (Belgien) hinter sich.

Kommunistische Ideen wollte man vermitteln. Zumeist in Arbeitervierteln spielte man Stücke etwa von Maxim Gorki oder Upton Sinclair, im „Geruch von abgestandenem Bier und Herrentoilette“. Arbeitslose (und damit fast alle Besucher) erhielten freien Eintritt – die Folge war chronischer Geldmangel. Auch deshalb gab es kaum Requisiten und Kostüme, die Laienschauspieler erhielten keine Gage. Zwar war das „Proletarische Theater“ schon im Frühjahr 1921 wieder von der Bildfläche verschwunden: Der sozialdemokratische Polizeipräsident verweigerte der „Bühne der revolutionären Arbeiter Groß-Berlins“ die erneute Konzession; doch Piscator blieb weiter einflußreich: An seiner späteren „Piscatorbühne“ in Berlin arbeitete als Dramaturg auch Bertolt Brecht.

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