Anzeige
Anzeige

20.03.1921

Plebiszit in Oberschlesien

Im Lauf der schwierigen Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen geriet das Gebiet Oberschlesiens zur Projektionsfläche nationaler und politischer Rivalität. Das lag nicht zuletzt an der Volksabstimmung vom 20. März 1921. Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrags sollten die Bewohner Oberschlesiens selbst darüber entscheiden, ob sie künftig zum Deutschen Reich oder zur Polnischen Republik gehören wollten. Und das Votum war eindeutig: Von den rund 1,2 Millionen Stimmberechtigten entschieden sich über 700 000 Menschen für den Verbleib im Deutschen Reich. Beinahe 60 Prozent der Wähler zeigten sich also unbeeindruckt von den Aufständen, die die Anhänger der polnischen Sache angezettelt hatten.

Der Wahl folgte indes eine schwerwiegende Entscheidung: Die Alliierten beschlossen im Oktober 1921 die Teilung Oberschlesiens nach Maßgabe des Wahl‧ergebnisses. Diese Option sah der Versailler Vertrag zwar durchaus vor, jedoch führte sie zu heftiger Kritik auf deutscher Seite. Denn mit Ostschlesien fielen auch die wichtigen Steinkohlereviere bei Kattowitz an Polen. Aus Protest trat die Regierung unter Reichskanzler Joseph Wirth zurück. Die „Deutsche Demokratische Partei“ (DDP) brachte ihre ablehnende Haltung zum Ausdruck, indem sie sich der erneuten Regierungsbildung komplett verweigerte. Keine Regierung der Weimarer Republik erkannte die neue Ostgrenze an. Doch trotz der auf beiden Seiten herrschenden Ressentiments brachten Deutschland und Polen schließlich ein Abkommen zustande, das die Folgen der Teilung für die Bevölkerung erträglich machen sollte.

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Der Podcast zur Geschichte.

Geschichten von Alexander dem Großen bis ins 21. Jahrhundert. 2x im Monat reden zwei Historiker über ein Thema aus der Geschichte. In Kooperation mit DAMALS – Das Magazin für Geschichte.

Hören Sie hier die aktuelle Episode:

Anzeige

Wissenschaftslexikon

Psy|cho|lo|gin  〈f. 22〉 weibl. Psychologe

Hy|po|spa|die  auch:  Hy|pos|pa|die  〈f. 19; Med.〉 angeborene Harnröhrenmissbildung ... mehr

Re|fle|xi|on  〈f. 20〉 1 〈Phys.〉 Zurückwerfen von Wellen an der Grenze zweier Medien 2 prüfendes vergleichendes Nachdenken, bes. über die eigenen Handlungen, Gedanken, Empfindungen ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige