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17.06.1063

Rangstreit in der Kirche

„Wer seine Gäste recht zu setzen weiß, der ist zu loben“, lautete eine Maxime mittelalterlicher Gastlichkeit, die auch heute noch gültig sein mag. Gerade in der von Standesdenken und Konkurrenzneid geprägten Adelsgesellschaft konnte die Sitzordnung sogar blutige Konflikte heraufbeschwören – so geschehen in den Jahren 1062/63. Beim Vespergottesdienst im Stift St. Simon und Judas in Goslar gerieten Abt Widerad von Fulda und Bischof Hezilo von Hildesheim in Streit darüber, wer direkt neben dem Mainzer Erzbischof sitzen dürfe. Traditionell wurde diese Ehre dem Fuldaer Abt zuteil, doch beanspruchte Hezilo diesen Sitzplatz für sich, da Goslar in seiner Diözese lag. Der Herzog von Bayern entschied das Handgemenge, das sich alsbald erhob, zugunsten Widerads von Fulda.

Am 17. Juni 1063 trafen die Beteiligten erneut zum Gottesdienst in Goslar zusammen. Dieses Mal war nicht nur der (noch minderjährige) König Heinrich IV. anwesend, sondern auch bewaffnete Männer des Hildesheimer Bischofs, verborgen hinter dem Altar. Es kam erneut zum Streit, der eskalierte: Die Männer des Hildesheimer Bischofs richteten inmitten der psalmodierenden Mönche unter dem Gefolge des Fuldaer Abtes ein Blutbad an. Heinrich, dessen Aufgabe die Friedenswahrung war, konnte nicht beschwichtigen und musste sich schließlich selbst in Sicherheit bringen.

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