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31. Oktober 1833

„Rauhes Haus“ eröffnet

Nachbarn hatten den eingesperrten, halb erfrorenen und verhungerten Knaben gefunden, dessen Eltern sich nicht um ihn gekümmert hatten. „So ist er gerettet, hat aber an dem einen Fuß einen Teil der Zehen, und an einer Hand die Hälfte der Finger eingebüßt.“ Diese Beschreibung eines verwahrlosten Jungen stammt vom evangelischen Theologen und Pädagogen Johann Hinrich Wichern. Als Oberlehrer an einer Sonntagsschule für arme Kinder hatte Wichern die erbärmlichen Lebensverhältnisse in der Hamburger Vorstadt St. Georg genau kennengelernt. Er beschloss, sich um diese Kinder zu kümmern.

Im Herbst 1833 rief er die Hamburger Bürger auf, ihn bei der Gründung einer Anstalt zur Rettung verwahrloster und schwererziehbarer Kinder finanziell zu unterstützen – mit Erfolg. Bereits am 31. Oktober 1833 zog Wichern mitsamt seiner Familie in das „Rauhe Haus“ im Dorf Horn nahe Hamburg. 165 Jungen und Mädchen nahm die Anstalt im ersten Jahrzehnt auf. Neben einer sicheren Zuflucht wurden den Kindern eine christliche Erziehung und Schulbildung zuteil. Trotz eines streng reglementierten Arbeitstages überließ Wichern den Kindern genügend Freiräume und verzichtete bewusst auf eine Kasernierung, wie sie in Armenhäusern noch weithin üblich war. Er schuf vielmehr eine familienähnliche Struktur. Dabei unterstützten ihn ausgebildete Gehilfen, die „Brüder“, die jeweils eine Kindergruppe leiteten und mit ihnen eine Wohngemeinschaft bildeten.

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Wissenschaftslexikon

Folk|song  〈[fk–] m. 6; Mus.〉 Volkslieder in der Art des Folk [engl., ”Volkslied“]

Pa|ra|bi|ont  〈m. 16; Biol.〉 Lebewesen, das mit einem anderen der gleichen Art verwachsen ist

Ge|fäß  〈n. 11〉 1 Behälter zum Aufbewahren (bes. von Flüssigkeiten od. körnigem Material), Eimer, Glas, Topf, Vase usw. 2 〈Anat.〉 Ader, Lymphgefäß ... mehr

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