01.10.1879 Reichsgericht gegründet - wissenschaft.de
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01.10.1879

Reichsgericht gegründet

„Ein Zeugnis der selbständigen unbedingten Justizhoheit des Reiches“, so hatte Eduard von Simson die Errichtung des Reichsgerichts bezeichnet. Als dessen erster Präsident nahm er am 1. Oktober 1879 seine Tätigkeit auf. Damit war eine oberste Instanz geschaffen, welche die Einheitlichkeit der Rechtsprechung auf dem gesamten Reichsgebiet zu gewährleisten hatte. Heftig umkämpft war zuvor die Frage des Sitzes. Die föderale Struktur des Deutschen Reichs verhinderte schließlich, dass sich alle Behörden auf Berlin konzentrierten; die Wahl fiel auf Leipzig, die damals viertgrößte Stadt. Der Grundstein für einen prachtvollen Monumentalbau wurde im Juni 1887 gelegt.

Auch in der Zusammensetzung der Reichsrichter spiegelte sich der deutsche Föderalismus wider: Sie stammten aus fast allen Bundesstaaten. Ob sich allerdings das Reichsgericht in einer Monarchie als unabhängig vom preußischen Machtzentrum beweisen würde, hatte man schon damals in Parlament und Öffentlichkeit angezweifelt. Der Anspruch auf Unabhängigkeit geriet in Kaiserreich und Weimarer Republik zunehmend ins Wanken. Nach dem spektakulären Prozess um den Reichstagsbrand 1933 schalteten die Nationalsozialisten das Reichsgericht gleich und entzogen ihm wichtige Kompetenzen.

In der DDR-Zeit beherbergte das Gebäude unter anderen das Museum der Bildenden Künste, 2002 jedoch zog mit dem Bundesverwaltungs‧gericht wieder eine Oberbehörde ein.

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