12.04.1911 Revolution in der Champagne - wissenschaft.de
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12.04.1911

Revolution in der Champagne

Sogar aus Deutschland stammten die Trauben, so das Gerücht. Die Weinbauern der Champagne waren außer sich. Sie warfen etlichen Champagnerproduzenten aus Reims und Épernay vor, den Ausverkauf eines Nationalsymbols zu betreiben. Und tatsächlich: Um die Nachfrage nach dem begehrten Trank zu stillen, kauften Produzenten wie „Laurent-Perrier“ oder „Moët &Chandon“ zwar keine Trauben jenseits des Rheins, doch außerhalb des bisher festgelegten Anbaugebiets. Dies war ein Verstoß gegen die gesetzlich kontrollierte Herkunftsbezeichnung. Aber was zählte zum Weinbaugebiet der Champagne? Die Hänge an der Marne oder auch die, die weiter südlich an den Flüssen Aube und Aisne agen und zur historischen Provinz der Champagne gehörten? Dort protestierten die Weinbauern gegen ihren Ausschluss.

Weiter im Norden sah man sich im Recht. Am 12. April 1911 kam es in der Region um Reims zu massiven Protesten der Weinbauern gegen die Ausweitung des Anbaugebiets. Die Regierung in Paris sah sich gezwungen, die Produktionsstätten militärisch zu schützen. Bei den Krawallen entstand großer materieller Schaden, und Tausende Liter erstklassigen Weins flossen in die Kanalisation, Menschen kamen aber kaum zu Schaden. Die Lage beruhigte sich erst wieder durch einen Kompromiss: Der Schaumwein aus Aube sollte fortan als „Champagner deuxième zone“ gelten. Die stetige Nachfrage nach Champagner führte 1927 jedoch dazu, den terroir, das Anbaugebiet, neu zu fassen und durch wei‧tere Flächen im Süden zu ergänzen.

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