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15.03.1892

Rollend durchs Kaufhaus

Ohne die Rolltreppe wäre der Aufstieg der größten Kaufhäuser – Bon Marché in Paris, Marshall Field’s in Chicago oder Wertheim in Berlin – wohl nicht so schnell erfolgt. Es war der Amerikaner Jesse W. Reno, der am 15. März 1892 ein Patent auf die Erfindung erhielt. Doch im Unterschied zu den heutigen Modellen war seine Fahrtreppe nicht mehr als ein elektrisch betriebenes, schräg verlaufendes Endlosband, auf dem Holzplatten montiert waren. Erst zum Ende des Jahrhunderts nahm die Rolltreppe ihre heute bekannte Gestalt an.

Mit der Zunahme des Warenangebots in den expandierenden Kaufhäusern sahen sich die Kunden vor das Problem gestellt, sich über mehrere Etagen durch das Sortiment kämpfen zu müssen. Nicht von ungefähr nahmen die Umsatzziffern in den oberen Etagen rapide ab. Mit der Rolltreppe konnten die Kunden nun bequem durch die ganze Warenauswahl geführt werden; der zur Verfügung stehende Verkaufsraum wurde voll ausgenutzt. In der urbanisierten Lebenswelt fand die Rolltreppe zudem schnell weiteren Einsatz. Mit dem Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs waren Ober- und Unterführungen mit teils recht großen Höhenunterschieden notwendig geworden. Um Menschen dort sicher und schnell zu transportieren, wurden Rolltreppen eingesetzt; sie waren aus dem Stadtbild schon bald nicht mehr wegzudenken.

Ließen sich bei der ersten öffentlichen Präsentation des Reno’schen Förderbandes in einem Vergnügungspark in Coney Island (Long Island) in zwei Wochen 7500 Personen befördern, so schaffen die leistungsstärksten Rolltreppen heute den Transport von 9000 Menschen in der Stunde.

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