7. April 1923 Schlageter verhaftet - wissenschaft.de
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7. April 1923

Schlageter verhaftet

Mitte März 1923 gab der Bürgermeister der am Rhein gelegenen Kleinstadt Kaiserswerth öffentlich bekannt, dass auf die Eisenbahnanlage im Calcumer Wald ein Attentat verübt worden sei. Ein solches Verbrechen sei „von jedem rechtlich denkenden Menschen auf das Schärfste“ zu verurteilen. Obwohl sich das Attentat gegen die französischen Besatzer richtete, die zusammen mit belgischen Truppen seit dem 11. Januar 1923 das Ruhrgebiet besetzt hielten, war es nicht im Sinn der Reichsregierung. Diese wollte den aggressiven französischen Einmarsch mit der Politik des „passiven Widerstandes“ beantworten; aktive Sabotageaktionen waren unerwünscht.

Ein Kommandotrupp unter der Leitung des ehemaligen Freikorpsführers Heinz Hauenstein hatte sich nicht an diese Richtlinien gehalten. Er hatte eine Gruppe von radikalen Rechten um sich geschart, die im März und April Sprengstoffanschläge auf die Eisenbahnanlagen verübt hatten. Albert Leo Schlageter war einer der Unterführer des Kommandos. Am 7. April 1923 wurde der Freikorpskämpfer, der die Tat zugab, in Essen verhaftet. Nach kurzem Prozess wurde er schließlich zum Tod verurteilt und am 26. Mai in Düsseldorf auf der Golzheimer Heide erschossen.

Die Hinrichtung löste in Deutschland einen Proteststurm aus. Vor allem nationalistische Kreise vereinnahmten Schlageter als einen Märtyrer, der für Deutschland gestorben war. Das auf der Golzheimer Heide 1931 errichtete Denkmal wurde zu einem Sammel- und Aufmarschplatz der Nationalsozialisten.

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