Anzeige
Anzeige

13. Januar 1598

Schließung des Londoner Hansekontors

Die Hansestädte waren aufgebracht. Nicht nur hatte die englische Handelsgesellschaft der „Merchant Adventurer“ auf Kosten ihrer Privilegien eine Monopolstellung im lukrativen Tuchhandel errungen, jetzt hatten sie auch noch Niederlassungen in Hamburg und Emden gegründet. Die Engländer mußten weg, die alten Privilegien wieder her, und der Kaiser sollte dies bewerkstelligen! Rudolf II. jedoch war an Repressalien gegen die ausländischen Kaufleute wenig gelegen, stand doch zu befürchten, daß Elisabeth I. von England den Hansestädten im Gegenzug viel größeren Schaden zufügen konnte. Durch „gütliche Handlung“ sollte der Konflikt daher beigelegt werden. Die Hanse zeigte sich in Verhandlungen mit Englands Königin allerdings wenig kompromißbereit. Sie wollten keine Gleichstellung mit den Engländern, sondern ihre alten Handelsvorrechte zurück. Der Druck auf den Kaiser, die englischen Konkurrenten auszuschalten, wuchs. 1597 verfügte ein Mandat Rudolfs II. die Ausweisung der Merchant Adventurers aus dem Reich. England reagierte empört auf das Vorgehen des Kaisers. Doch nicht allein das Mandat des Kaisers sorgte für Unruhe jenseits des Ärmelkanals. Schon längere Zeit beargwöhnte man dort die wachsenden Handelsbeziehungen zwischen der Hanse und Spanien. Wollten die Hansestädte den Spaniern im bestehenden Krieg gegen England zum Sieg verhelfen? Die Reaktion Elisabeths I. kam prompt: Am 13. Januar 1598 verfügte sie die Schließung der bedeutenden Londoner Hanseniederlassung „Steelyard“. Die Kaufleute hätten schleunigst ihre Schulden zu bezahlen und das Land zu verlassen. Dies bedeutete einen schweren Schlag gegen die Hanse, deren Niedergang zu diesem Zeitpunkt längst eingeläutet war.

Anzeige

DAMALS | Aktuelles Heft

Bildband DAMALS Galerie

Der Podcast zur Geschichte.

Geschichten von Alexander dem Großen bis ins 21. Jahrhundert. 2x im Monat reden zwei Historiker über ein Thema aus der Geschichte. In Kooperation mit DAMALS – Das Magazin für Geschichte.

Hören Sie hier die aktuelle Episode:

Anzeige

Aktueller Buchtipp

Wissenschaftslexikon

Nichtexistenz-Beweise sind in der Mathematik recht häufig (was selbst ausgebildete Mathematiker manchmal nicht wissen) und auch Preisgelder in Millionenhöhe für den Beweis einer Nichtexistenz gibt es gelegentlich. Beispielsweise hat das Clay Institute jeweils eine Million Dollar für verschiedene Nichtexistenz-Beweise ausgelobt: die Nichtexistenz von Nullstellen der Zetafunktion außerhalb der kritischen Geraden; die Nichtexistenz einfach zusammenhängender geschlossener 3-Mannigfaltigkeiten, die nicht homöomorph zur Sphäre sind; die Nichtexistenz von nicht-deterministisch, aber nicht deterministisch in polynomieller Zeit lösbaren Problemen; …

Die Stadt Bielefeld hat nun eine Million Euro für den Beweis der Nichtexistenz Bielefelds ausgelobt, hier ist der Link zum Wettbewerb.

Das wirft gewisse Fragen wegen der Selbstreferentialität auf: wenn nun bewiesen wird, dass es Bielefeld gar nicht gibt, darf die dann nichtexistierende Stadt aber das Preisgeld trotzdem noch auszahlen?

Anzeige

http://scienceblogs.de/mathlog/2019/08/22/das-bielefelder-millionenproblem/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=das-bielefelder-millionenproblem

Kunst|schrei|ner  〈m. 3〉 = Kunsttischler

ko|me|ta|risch  〈Adj.; Astron.〉 zu einem Kometen gehörend, in der Art eines Kometen ● ~e Meteore; ~e Nebel

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige