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07.05.1866

Schüsse auf Bismarck

Wie hat er den „langen Bismarck“ in fünf Schüssen nicht treffen können? Diese Frage richtete der verdutzte Friedrich Engels an seinen Mitstreiter Karl Marx, von dem er sich weitere Neuigkeiten über ein Attentat auf Otto von Bismarck erhoffte. Und tatsächlich klingt die Geschichte vom 7. Mai 1866 unglaublich. Der preußische Ministerpräsident kehrte am Abend von einer Unterredung mit König Wilhelm I. zu Fuß in seine Wohnung in der Wilhelmstraße zurück. Die Straße „Unter den Linden“ war recht belebt, und so fiel der junge Mann, der sich Bismarck von hinten näherte, nicht weiter auf. Der Attentäter feuerte aus kurzer Distanz zwei Schüsse, die sein Opfer nur streiften. Ein dritter Schuss durchbohrte Bismarcks Kleidung. Im Handgemenge sollen zwei weitere, direkt auf Bismarcks Brust gesetzte Schüsse abgefeuert worden sein. Wie durch ein Wunder blieb der spätere „eiserne Kanzler“ bis auf Rippenprellungen unverletzt. Bis heute hält sich daher hartnäckig das Gerücht, dass Bismarck sein Leben einem Panzerhemd zu verdanken habe.

Bei dem Attentäter handelte es sich um Ferdinand Cohen-Blind, einen Adoptivsohn des 1848er-Revolutionärs Karl Blind. Der 22-Jährige hatte durch die Tat Preußens Vorherrschaft in Deutschland brechen und einen „Bruderkrieg“ mit Österreich verhindern wollen. Cohen-Blind sollte nicht mehr erfahren, wie seine Befürchtung einige Wochen später durch die Schlacht bei Königgrätz Wirklichkeit wurde. Er nahm sich am 8. Mai 1866 im Gefängnis das Leben. Das Attentat

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