10.06.1935 Selbsthilfe für Alkoholiker - wissenschaft.de
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10.06.1935

Selbsthilfe für Alkoholiker

Als sich der Börsenmakler William G. Wilson und der Chirurg Robert H. Smith in Acron, Ohio, im Jahr 1935 zum ersten Mal begegneten, hatten die beiden schwer alkoholkranken Männer bereits mehrere erfolglose Entziehungskuren hinter sich. Nachdem sie jedoch begonnen hatten, offen über ihre Krankheit zu sprechen, stellten sie zu ihrer Überraschung fest, dass die Gespräche ihnen halfen: Der Zwang zu trinken schwand. Von dem Erfolg ihres neuen Therapiekonzepts überzeugt, gründeten sie am 10. Juni 1935 die erste Gruppe der „Anonymen Alkoholiker“. Dahinter stand ein ganz neuer Gedanke: Jeder Alkoholiker sollte zugleich Therapeut und Patient seiner Leidensgenossen sein. Die Identität musste er dabei nicht preisgeben, und auch die beruf‧liche Stellung, das Geschlecht oder die Nationalität sollten in der Gruppenarbeit keine Rolle spielen. Die „Anonymen Alkoholiker“ verstanden sich zu Beginn als eine spirituelle Gemeinschaft. Das 1939 verfassten Therapieprogramm der zwölf Schritte bezeichnete die Therapie als ein „spirituelles Erwachen“ im Vertrauen auf eine höhere Macht.

Die Bewegung breitete sich schnell in Amerika und nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa aus. Amerikanische Soldaten waren an der Gründung der ersten deutschen Gruppe 1953 in München maßgeblich beteiligt. Der Gedanke, dass sich Kranke untereinander am besten helfen können, inspirierte auch andere Patientengruppen, so dass in den 1970er Jahren immer mehr Selbsthilfegruppen gegründet wurden.

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