62 Seneca zieht sich zurück - wissenschaft.de
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Seneca zieht sich zurück

Lucius Annaeus Seneca war der erfolgreichste Schriftsteller seiner Generation. Die jungen Leute wollten gar nichts anderes lesen, wie ein Zeitgenosse berichtet. 300 Millionen Sesterzen machten ihn zu einem der reichsten Männer Roms. Dieses Geld allerdings hatte er weder geerbt noch mit Bestsellern verdient, sondern er verdankte es allein seiner Stellung am Hof. Nach dem Tod des Kaisers Claudius im Jahr 54 war diesem dessen Adoptivsohn Nero auf den Thron gefolgt. Da dieser erst 17 Jahre alt war, stand er zunächst unter dem Einfluss seiner Mutter Agrippina, des Prätorianerpräfekten Burrus und seines Erziehers Seneca. Der Philosoph und Schöngeist saß von nun an an den Schalthebeln der Macht und profitierte von der Gunst seines Zöglings. Dabei schrieb er über die Freuden des einfachen Lebens; vielen schien es somit, als predige er Wasser und trinke Wein.

Senecas „Fürstenspiegel“ und erzieherische Ratgeber fruchteten ohnehin wenig: Mit zunehmendem Alter wurde Nero immer unberechenbarer und gefährlicher. Nach der Ermordung Agrippinas und dem Tod des Burrus im Jahr 62 war Seneca isoliert. Aus Furcht vor Neidern bot der kluge Mann dem Kaiser an, alle Geschenke, die ihn, Seneca, so reich gemacht hatten, wieder zurückzugeben. Er selbst wünsche nur noch ein einfaches Leben zu führen. Aber der Kaiser lehnte ab. Seneca zog sich daraufhin mit seinem Geld aufs Land zurück und schrieb unpolitische Bücher. Doch auch das nützte wenig: Im Jahr 65 wurde er der Verschwörung gegen Nero angeklagt und zum Selbstmord gezwungen.

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