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12.05.1664

Skandal um Molière

Eigentlich gefiel dem König das neue Stück Molières gut, das am 12. Mai 1664 in Versailles uraufgeführt wurde. „Tartuffe oder Der Betrüger“ („Tartuffe ou L’Imposteur“) hieß die Komödie in fünf Akten, die auch die Anwesenden begeistert beklatschten. Finstere Mienen rief „Tartuffe“ indes vornehmlich bei Vertretern der Kirche, namentlich dem Erzbischof von Paris, hervor. Schuld daran war der namensgebende Charakter „Tartuffe“, ein scheinheiliger Betrüger, mit dem Molière schonungslose Kritik an jenen frömmelnden Heuchlern übte, die Religion aus Machtkalkül missbrauchten. Ein Affront!

Obgleich Ludwig XIV. dem Stück und seinem Autor gewogen war, verhängte er ein öffentliches Aufführungsverbot über „Tartuffe“, da religiöse Tugend und scheinreligiöse Untugend als so nahe beieinanderliegend porträtiert seien, dass man sie nur schwer auseinanderhalten könne. Der Skandal war perfekt. Und wie alles, was verboten ist, weckte „Tartuffe“ die Neugier der Gesellschaft. Nur zu gern kam Molière daher Bitten um Privataufführungen nach. Gleichzeitig bemühte er sich, einen Schritt auf die erbosten Kirchenvertreter zuzugehen, indem er eine bearbeitete Fassung der Komödie namens „L’Imposteur“ („Der Betrüger“) vorlegte, die, am 5. August 1667 uraufgeführt, sogleich wieder verboten wurde. Molière reagierte mit Unverständnis. Schließlich entstehe Komik doch aus der scharfen Kontrastierung von Gut und Böse, richtig und falsch. Im Februar 1669 erfolgte schließlich die Uraufführung einer dritten Version, die in dieser Form auch publiziert werden durfte.

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