25.01.1554 Stadt des Apostels - wissenschaft.de
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25.01.1554

Stadt des Apostels

Zu den wichtigsten Aufgaben des im 16. Jahrhundert noch jungen Jesuitenordens gehörte die Verbreitung des Christentums in Asien und den weithin noch unerforschten Ländern der Neuen Welt. Schon kurz nach der Gründung des Ordens im Jahr 1540 wurden erste jesuitische Missionare nach Südamerika entsandt. Die dortige indianische Bevölkerung litt unter der Ausbeutung durch die Spanier und Portugiesen. Die Eroberer hielten sie für nicht vernunftbegabt, schätzten aber sehr wohl ihre Arbeitskraft. Namentlich die Jesuitenpatres Manuel da Nobrega und José de Acosta setzten sich dafür ein, die Indigenen im direkten Zugriff missionieren zu können. Sie siedelten sie in von eigenen Leuten geleiteten Dörfern (Reduktionen) an. Die Christianisierung Südamerikas, so schwebte es Acosta vor, sollte von Respekt für die Indios und nicht von Gewalt geprägt sein. Oft wurde das Theater als Bekehrungsinstrument eingesetzt. Um der Missionsarbeit das nötige Fundament zu verleihen, waren auch feste Zentren der Bildung vonnöten. Am 25. Januar 1554 gründeten Manuel da Nobrega und José de Acosta in Piratininga ein Jesuitenkolleg, das sie zu Ehren des Apostels Paulus – es war gerade der Festtag von dessen Bekehrung – São Paulo nannten. Aus dem Kolleg und der dazugehörigen Siedlung wurde im Lauf der Jahrhunderte die heute bevölkerungsreichste Stadt auf der Südhalbkugel. Auch Rio de Janeiro und Salvador de Bahia können ihre jesuitischen Ursprünge nicht leugnen: Manuel da Nobrega war auch an ihren Gründungen beteiligt.

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